Anti-Atom-Aktion der Grünen Jugend Braunschweig

Die Grüne Jugend (GJ) Braunschweig verteilte am Montag, den 24. August 2009, in der Braunschweiger Innenstadt symbolisch „Atommüllfässer“ und Flyer. Die Aktion sollte auf die Problematik der Beseitigung von radioaktivem Abfall insbesondere im Endlager Asse bei Wolfenbüttel hinweisen.

 

Den Passanten wurden Anti-Atomkraft-Flyer zusammen mit dem Hinweis: „In der Asse ist kein Platz mehr – bitte nehmen Sie auch ein wenig Atommüll bei sich auf“ überreicht.

Zudem wurde ein „Die-in“ als Hinweis auf die mögliche Lebensbedrohung durch unsichere Atomkraftwerke (AKW) und die Lagerung von radioaktivem Abfall durchgeführt. Mitglieder der GJ im ABC-Schutzanzug mit Gasmaske warfen sich gegenseitig mit „Atommüllfässern“ ab und fielen daraufhin „tot“ zu Boden.

 

Die Reaktionen der Bürger auf die Aktion waren gemischt: Einerseits gab es eine große Zustimmung dafür, dass das Atommüllendlager Asse schnellstmöglichst geräumt und geschlossen werden muss.

Befürworter der Kernkraft hingegen waren der Meinung, dass es momentan noch keine ausreichenden Alternativen zu Atomkraftwerken gebe.

 

Die GJ Braunschweig ist überzeugt, dass dies nicht der Fall ist. Hierzu ein Zitat von Jürgen Trittin (Bündnis 90/Die Grünen): “Wir könnten heute die sieben ältesten Atomkraftwerke abschalten, ohne dass sich an unserer Versorgungssicherheit etwas ändern würde. Die Atomkraftwerke sind heute schon komplett ersetzt durch neue Kapazitäten im Bereich der Erneuerbaren Energien.“ 

 

Beweis dafür sind die Notabschaltungen zahlreicher Atomkraftwerke in den vergangenen Wochen. Zeitweise waren bis zu sieben von 17 AKWs abgeschaltet, doch ein Versorgungsengpass auf dem Strommarkt war nicht zu beobachten. 

 

Durch den Wechsel von fossilen Brennstoffen zu regenerativen können die Verbraucherinnen und Verbraucher die Notwendigkeit von AKWen selbstständig beseitigen. Um diesen Wechsel zu forcieren, wurde den Passanten Informationsmaterial mit Strompreistabellen ausgegeben, woraus ersichtlich wird, dass Strom aus erneuerbaren Energiequellen häufig preiswerter zu beziehen ist als solcher aus konventionellen Quellen. 

 

Als Fazit der Aktion wird festgehalten, dass viele Braunschweiger Bürger die Ereignisse im Atommüllendlager Asse zwar medial wahrnehmen, sich der möglichen gesundheitlichen Bedrohung jedoch nicht bewusst sind. Die Aufklärungskampagne der GJ Braunschweig, die auch in den kommenden Wochen fortgesetzt wird, erscheint deshalb umso notwendiger.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 04. September 2009 um 16:12 Uhr