Minutenprotokoll zur Anti-Atom-Aktion der Grünen Jugend Braunschweig
[16:00] Treffen im Grünen Büro 

Wie vereinbart, trudeln gegen 16.00 Uhr langsam alle Mitglieder im Grünen Büro am Kohlmarkt ein. Greta und Laura ziehen sich die „ABC-Schutzanzüge“ und Gasmasken an. Die selbstgebastelten „Atommüllfässer“ und Informations-Flyer werden an die Anwesenden verteilt.

[16:30] Beginn der Aktion 

Wir machen uns auf den Weg in die Fußgängerzone in Richtung Schlossvorplatz.

Linda spricht die erste Passantin an :“ Möchten Sie nicht ein wenig Atommüll bei sich lagern? Die Asse ist leider schon voll“.

Eine der ersten Reaktionen: „Kann ich gerne machen; hab noch Platz“.

[16:35]  Wir verteilen unsere Flyer 

Die Mitglieder der GJ verteilen kräftig Flyer, diese informieren über die Vorzüge von „Ökostrom“, die Gefahren von Atomkraft sowie die zentrale Anti-Atomkraft-Demonstration am 5. September in Berlin. Viele BürgerInnen wissen zwar von der Demonstration, jedoch nicht, dass es auch aus Braunschweig Sonderbusse und –züge nach Berlin gibt.

 [16:40]  Kaffeekränzchen am Bohlweg 

Unsere Gruppe trifft auf ein Damen-Kaffeekränzchen in einem Cafe am Bohlweg. Die dort anwesenden, teilweise gut gelifteten Damen interessieren sich leider nicht wirklich für unser Anliegen. Die Flyer werden notgedrungen entgegengenommen, weglaufen bzw. ignorieren kommt schließlich nicht in Frage. Die Einladung zur Demo in Berlin wird jedoch dankend abgelehnt.

Daneben gehen zwei Jugendliche an uns vorbei. Ihr Eindruck über uns: „Freaks. Simply Freaks“.

[16:45]  Erstes „Die-in“ auf dem Schlossvorplatz 

Timo schlägt vor, dass wir uns gegenseitig mit den „Atommüllfässern“ abwerfen und daraufhin „tot“ umfallen, um die Aufmerksamkeit der Passanten auf uns zu ziehen.

Die Idee wird sofort in die Tat umgesetzt: Unter teilweise markerschütterndem Geschrei fallen die getroffen Mitglieder zu Boden. Tatsächlich ziehen wir damit die Augen der Anwesenden auf uns. Leider gehen die Bürger jedoch weiter, anstatt uns nach dem Sinn dieser Aktion zu fragen.

Deshalb stehen wir wieder auf und verteilen unser Info-Material.

[16:50]  Diskussion mit Jugendlichem 

Kuno möchte einem Gleichaltigen einen Flyer reichen, dieser beginnt daraufhin die (angeblichen) Vorzüge der Atomkraft zu erläutern. Unser Sprecher lässt sich auf das Gespräch ein, allerdings sind die Argumente des jungen Mannes nicht nachvollziehbar. Kuno erklärt ihm die Gefahren, doch diese werden nicht als solche wahrgenommen.

 

[16:55]  Zweite „Umfallaktion“ beim Schlossbrunnen 

 

Wieder stürzen wir nach der „Kontamination“ mit den Fässern auf die Erde. Diesmal ist uns zusätzlich das Interesse einiger „Punks“ und Restaurant-Besucher sicher.

Ein biertrinkender Bürger schreit: „Oh nein. Jetzt bin ich verstrahlt!“

[17:00] Kurze Erfrischung 

Laura und Greta erfrischen ihre heißen Köpfe kurz am Brunnen auf dem Platz der deutschen Einheit. Unter den fast luftdichten Gummimasken und Anzügen steigt die Temperatur zusätzlich zu der warmen Außentemperatur.

 

[17:05] Interessante Erkenntnisse 

Auf dem Weg Richtung Burgpassage meint ein angesprochener Passant zu Laura: „Nein danke, ich brauch nicht noch mehr. Atommüll habe ich schon genug bei mir rumliegen“. Gerade als direkt Betroffener sollte man sich doch eigentlich für unsere Aktion interessieren.

Ein junger Immigrant reagiert erschrocken: „Ist doch bloß ein Joke, oder? Strahlt doch nicht wirklich was ihr da habt?“

Wir können ihn beruhigen.

[17:05] Vor der Buchhandlung Graff 

„Die-in“ Nummer 3: Jonas Assistent gibt mit animalischen Lauten vollen Einsatz.

Caro und Laura diskutieren mit einem stehen gebliebenen Radfahrer über die Problematik der Preisgestaltung von Bio-Produkten.

Ein anderes Paar, dass bereits vor Jahrzehnten vor den Gefahren der Atomkraft gewarnt hat, lobt unseren Einsatz.

[17:35] Hilfe von Verkäufern 

Caro spricht eine Mitarbeiterin im „Deluxe“-Geschäft neben dem Eingang der Burgpassage an, ob wir unsere Flyer dort auslegen können. Wider Erwarten erklärt sie sich dazu bereit.

[17:40] Auf dem Kohlmarkt 

Unsere Gruppe trifft auf die Montagsdemo, die sich wöchentlich auf dem Kohlmarkt trifft, um gegen „Hartz IV“ zu demonstrieren. Unter anderem ist dort auch Helmut Blöcker,Bundestagsdirektkandidat für den Wahlkreis Braunschweig. Er lobt unsere Aktion. Eine andere Organisatorin der Montagsdemo bittet uns, unser Anliegen am Mikrofon zu erläutern. Laura und Caro machen damit lautstark Werbung für die Berliner Demonstration.Einige Mitglieder möchten jedoch nicht mit der Montagsdemo in Kontakt kommen, unter anderem ist dort auch die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands vertreten, mit deren Parteiprogramm wir uns nicht identifizieren können. 

[17:50] Abschlussaktion 

Zum dritten und letzen mal veranschaulichen wir die möglichen Gefahren von Atommüll. Auf dem Kohlmarkt erreichen wir mit dem plötzlichen „Tod“ besonders viel Aufmerksamkeit, da die zahlreichen Cafes gut besucht sind. Jedoch reagieren die Passanten auch hier nicht wirklich, sie beobachten die Aktion zwar, gehen aber weiter oder wenden sich wieder ihrem Getränk zu.

Die restlichen Flyer werden an die sitzenden Gäste verteilt.

         
Zuletzt aktualisiert am Freitag, 04. September 2009 um 16:04 Uhr